DAS arboretum

Pflanzensammlung

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Vielfalt der Gehölze

lebendige Schatzkammer am Niederrhein

Gezielte Pflanzensammlungen in Arboreten stellen eine wichtige Grundlage für Naturschutz, Wissenschaft und Gesellschaft dar. Wir im Arboretum Grenzenlust verfolgen langfristig folgende Ziele mit unserer Pflanzensammlung:

 

Wissenschaft & Artenschutz

Kollektionen liefern wertvolle Daten für Forschung und Arterhalt. Wir stellen unsere Pflanzensammlung für Studien- und Forschungszwecke zur Verfügung. Dies richtet sich insbesondere an Schüler, Studenten, Doktoranten und anderen fachliche Interessierte.

 

Bildung & Besucheransprache

Durch den Aufbau unserer ausgewählten Pflanzensammlung – kombiniert mit Lehrpfaden und thematischen Führungen – lassen sich komplexe botanische und gärtnerische Zusammenhänge anschaulich vermitteln. Lassen Sie sich überraschen, wie spannend Pflanzen sein können.

 

Ausflugsziel am Niederrhein

Ob spektakulär blühende Bäume und Sträucher, urzeitliche Baumriesen oder faszinierende Blattstrukturen – das Arboretum Grenzenlust ist zu jeder Jahreszeit eine Reise ins Grüne wert. Genießen Sie besondere Naturerlebnisse bei einem Spaziergang durch die artenreiche Sammlung, entdecken Sie botanische Raritäten oder lassen Sie sich einfach von der Ruhe des Ortes inspirieren. Egal, ob mit Freunden, der Familie oder allein – hier finden Sie Erholung, Entdeckungsfreude und neue Einblicke in die Welt der Bäume. Ein besonderes Ausflugsziel für Naturliebhaber, Fotografen und alle, die dem Alltag entfliehen möchten.

 

Klimafolgenforschung & Zukunftsbäume

Durch gezielte Anpflanzungen können wir erproben, welche Baumarten mit Trockenheit, Hitze oder neuen Schädlingen zurechtkommen. Insbesondere das Spannungsfeld zwischen winterlichen Bodennässe und sommerlicher Trockenheit steht bei uns im Fokus. Solche Erkenntnisse sind für nachhaltige Stadtbegrünung und Waldumbau unverzichtbar.

 

Gehölze im Arboretum Grenzenlust
Hier steht eine Bildunterschrift
Stauden im Arboretum Grenzenlust
Hier steht eine Bildunterschrift

Unsere Sammlungsschwerpunkte

von aralia bis zanthoxylum

Die Gehölze werden vorwiegend in Gruppen unterschiedlicher Arten und Sorten präsentiert, weniger als Solitärpflanzungen, wodurch sich attraktive Strukturkombinationen ergeben. Die Sammlung ist nach ästhetischen Gesichtspunkten gestaltet, wobei häufig Gattungsschwerpunkte in einer Zusammenschau didaktisch umgesetzt sind. Der Gehölzbestand wird durch Stauden und Geophyten ergänzt. Besonders schattenverträgliche Unterpflanzungen am Fuße der Gehölze stehen im Fokus.
Diese Sammlungsschwerpunkte befinden sich im Aufbau und bilden zukünftig das Gerüst der Pflanzen-Kollektion im Arboretum Grenzenlust.

Als Familienschwerpunkt werden die Gattungen der Araliengewächse (Araliaceae) weiter vertieft. Besonders drei Gattungen der Araliengewächse sind von Interesse und sollen möglichst im großen Umfang in Art und Sorte sich im Arboretum wiederfinden:

Aralia, Aralie
Fatsia, Fatsie
Schefflera, Strahlenaralie
Weitere Gattungsschwerpunkte sind:
Abelia, Abelie
Alnus, Erle
Aucuba, Aukube
Fuchsia, Fuchsie
Mahonia, Mahonie
Osmanthus, Duftblüte
Rhamnus,  Kreuzdorn
Sorbaria, Fiederspiere
Zanthoxylum, Stachelesche

ANPASSUNG AN TROCKENHEIT ​

MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN​

Ausgangssituation

Die nachfolgend beschriebenen Maßnahmen beziehen sich auf die besonderen Standortbedingungen des Arboretums Grenzenlust. Der Schwerpunkt liegt auf der Pflanzung von Bäumen und Sträuchern. Dadurch entstehen überwiegend gehölzgeprägte Bereiche mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen – von halbschattigen bis hin zu stark beschatteten Standorten. Ergänzt werden sie durch eine große Vielfalt krautiger Pflanzen.

Die Maßnahmen sind auf diese Rahmenbedingungen abgestimmt und lassen sich daher nicht uneingeschränkt auf andere Grünanlagen oder Gärten übertragen. Sie beruhen jedoch auf bewährten gärtnerischen und bodenkundlichen Grundsätzen, die sich standortgerecht anpassen und vielerorts erfolgreich anwenden lassen.

 

Der wichtigste Grundsatz: Die richtige Pflanze am richtigen Standort

Die wirksamste und zugleich nachhaltigste Anpassungsstrategie an zunehmende Trockenheit beginnt bereits bei der Pflanzenwahl. Nur wenn die ökologischen Ansprüche einer Pflanze mit den tatsächlichen Standortverhältnissen übereinstimmen bzw. im Toleranzbereich liegen, kann sie langfristig vital wachsen und Trockenperioden besser überstehen. Nachträgliche (Pflege-)Maßnahmen können eine ungeeignete Pflanzenauswahl nur begrenzt ausgleichen.

Unsere Maßnahmen

Mulchen der Pflanzflächen

Alle Pflanzflächen werden mit einer etwa acht Zentimeter starken Mulchschicht aus Holzhackschnitzeln oder Laubmull versehen. Mulch reduziert die Verdunstung, schützt den Boden vor Überhitzung und Starkregen, unterdrückt Beikraut und fördert langfristig die Humusbildung. Dadurch verbessert sich die Bodenstruktur sowie die Fähigkeit des Bodens, Wasser und Nährstoffe zu speichern und abzugeben. Ein gesunder Boden ist die wichtigste Grundlage für widerstandsfähige Pflanzungen.

 

Bodenverdichtungen beseitigen

Verdichtete Böden erschweren das Eindringen von Niederschlagswasser und behindern die Durchwurzelung. Wo immer möglich, werden solche Verdichtungen mechanisch gelockert, um die Versickerung zu verbessern und den Wurzeln wieder Zugang zu Luft und Wasser zu ermöglichen.

Vermeidung extremer Sonneneinstrahlung

Insbesondere schattenliebende Pflanzen reagieren empfindlich auf die Sonneneinstrahlung um die Mittags-/Vormittagszeit. Daher achten wir darauf, dass Schattenanpflanzungen insbesondere von direkter Sonneneinstrahlung in diesen Zeiträumen geschützt bleiben. Dies gilt auch im Winter für immergrüne, krautige Unterpflanzungen.


Gehölze gezielt aufasten

Wo es (gestalterisch) sinnvoll ist, werden Bäume und Großsträucher – insbesondere zur Westseite (Wetterseite) hin – aufgeastet. Dadurch gelangt bei Regenereignissen mehr Niederschlag bis auf den Boden. Das Mikroklima innerhalb der Pflanzung bleibt durch die Überhälter erhalten.


Pflanzzeit konsequent anpassen

Grundsätzlich erfolgen unsere Pflanzungen nur noch im Herbst. In dieser Zeit profitieren Gehölze von einer höheren Bodenfeuchte und können bereits vor dem nächsten Austrieb neue Wurzeln bilden. Frühjahrspflanzungen werden auf Ausnahmefälle beschränkt, da sie häufig mit einem deutlich höheren Bewässerungsaufwand verbunden sind.


Gehölze bevorzugen

Bei Unterpflanzungen setzen wir zukünftig verstärkt auf kleinbleibende Sträucher anstelle von Stauden. Gehölze erschließen im Laufe der Zeit tiefere Bodenschichten und können dadurch auch in längeren Trockenphasen auf Wasserreserven zurückgreifen. Viele Stauden sind dagegen stärker von der Feuchtigkeit der oberen Bodenschichten abhängig und reagieren empfindlicher auf längere Trockenperioden.

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Sukzessiver Umbau und Anpassung des Gehölzbestandes

Mit jeder Trockenperiode wird der Gehölzbestand kritisch überprüft. Gehölze, die wiederholt starke Welkeerscheinungen oder andere Trockenstresssymptome zeigen, werden hinsichtlich ihrer langfristigen Standorteignung bewertet. Ist davon auszugehen, dass Gehölze den verändernden Standortbedingungen künftig nicht mehr ausreichend gewachsen sind, werden sie mittelfristig ersetzt. An ihre Stelle treten vermeintlich vielversprechende Gehölzarten und -sorten, die aufgrund ihrer Eigenschaften ein höheres Anpassungspotenzial vermuten lassen. Deren Eignung, für die künftig zu erwartenden Standort- und Klimabedingungen wird im Arboretum langfristig beobachtet und erprobt.


Hinweis:
Für die Beurteilung der Trockenheitsverträglichkeit ist weniger der Zeitpunkt des Welkens entscheidend als die Fähigkeit einer Pflanze, längere Trockenphasen zu überstehen und sich anschließend wieder zu regenerieren.

Das Welken während einer Trockenperiode ist zunächst nicht zwangsläufig ein Zeichen bleibender Schäden. Für die Eignung einer Pflanze unter zukünftigen Klimabedingungen ist auch entscheidend, wie gut sie sich nach einer längeren Trockenphase erholt und wieder vital austreibt.

 

Grenzen der Anpassung

Auch die beste Standortanalyse und sorgfältigste Pflanzenauswahl können anhaltende Hitze- und Dürreperioden nicht immer vollständig kompensieren. Die Möglichkeiten der Anpassung liegen vor allem darin, Pflanzen widerstandsfähiger zu machen, den Wasserhaushalt des Bodens zu verbessern und Stresssituationen zu reduzieren. Eine Garantie gegen klimabedingte Ausfälle gibt es jedoch nicht. Umso wichtiger ist es, Pflanzkonzepte künftig noch stärker an den sich wandelnden klimatischen Bedingungen auszurichten und die Bodenqualität als zentrale Ressource dauerhaft („gesund“) zu erhalten.